FDP kritisiert Vorgehen der Verwaltung bei neuen Fahrradstreifen – Parkraum darf nicht ersatzlos wegfallen
Die FDP-Ratsgruppe im Rat der Stadt Solingen übt deutliche Kritik am aktuellen Vorgehen der Verwaltung bei der Planung neuer Fahrradstreifen im Stadtgebiet. Wie aktuell beim Cityring sowie an der Rathausstraße und zuvor auch bei der Veloroute würden Radstreifen vorgesehen, ohne gleichzeitig tragfähige Ersatzplanungen für wegfallende Parkplätze vorzulegen.
Aktuell sollen im Bereich Cityring in Ohligs und an der Rathausstr. zahlreiche Stellplätze wegfallen. „Selbstverständlich stehen wir als Freie Demokraten zu einer vernünftigen Förderung des Radverkehrs. Aber wer zusätzliche Radstreifen auf engen Solinger Straßen einrichtet, greift zwangsläufig in bestehende Parkmöglichkeiten ein. Das kann man nicht ignorieren“, erklärt die Vorsitzende der Ratsgruppe, Nina Brattig.
Die Straßen in Solingen seien vielfach schmal dimensioniert. Zusätzliche Radstreifen gingen daher regelmäßig zulasten der Seitenstreifenparkplätze. „Wenn Parkraum entfällt und dies unumgänglich ist, dann muss die Stadt gleichzeitig an anderer Stelle für Ersatz sorgen – sowohl für Anwohnerinnen und Anwohner als auch für Gewerbetreibende“, so Brattig weiter.
Gerade im Bereich des Cityrings seien viele der wegfallenden Parkplätze für den innerstädtischen Einzelhandel von großer Bedeutung. Händlerinnen und Händler seien auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. „Wer Parkplätze ersatzlos streicht, riskiert nicht nur Unmut bei Anwohnern, sondern schwächt auch den lokalen Handel. Wir schaffen sonst nicht nur neue Fahrradwege, sondern auch leere Innenstädte“, warnt Brattig.
Die FDP-Ratsgruppe fordert daher ein integriertes Verkehrskonzept, das die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Dazu gehöre eine transparente Darstellung der wegfallenden Stellplätze, konkrete Ersatzplanungen sowie eine frühzeitige Einbindung von Anwohnern und Gewerbe.
„Moderne Mobilitätspolitik bedeutet Ausgleich statt Einseitigkeit. Wir brauchen Lösungen, die Radverkehr fördern, ohne die wirtschaftliche Substanz unserer Innenstadt zu gefährden“, so Brattig abschließend.